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GEISELNAHME

Kennen Sie das Stockholm-Syndrom? Die Google Suche sagt dazu:

 

„Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.“

 

Ein ähnlicher Effekt tritt bei Menschen Zuhause auf. Nichts hält ewiger als eine vorübergehende Lösung. Noch nie gehört? Willkommen in der Psychologie der Gewohnheit.

 

Da ist diese Lampe (Schrank, Bett, Tisch), die Sie erstmal in die Ecke gestellt haben. Denn momentan geht es ja nicht anders. Nein, Sie mögen sie nicht, aber die Umstände sind gerade so, sie wollen kein Geld ausgeben, haben ein schlechtes Gewissen, weil es ein Geschenk war, haben keine Zeit sich zu kümmern und sie ist ja schon mal da und funktioniert. Irgendwann tauschen Sie sie aus.

 

Mit der Zeit Gewöhnen Sie sich an dieses „erst einmal“ und richten es sich dort gemütlich ein.
Sie spüren ein Gefühl des Unbehagens, können es aber unter Umständen nicht mehr mit der Lampe koppeln, oder nicht mehr ganz, nicht mehr akut – denn Sie sind bereits verwachsen. Außerdem sind Änderungen anstrengend und müßig. Und bevor Sie sich versehen, sind Sie -et voilá- mittendrin in ihrem persönlichen Wohn-Stockholmsyndrom (Ihrer Komfortzone, ihrem Scheuklappenblick, ihrem Trott) – Sie kooperieren und fügen sich.

 

Die Krux ist – erstmal Lösungen halten und haften gern für eine Ewigkeit. So vergehen Wochen, Monate und Jahre in denen Sie den Tag in einem irgendwie-Zuhause starten… um dann einen naja-Tag, einen so-la-la-Monat und am Ende ein geht-so-Leben zu verbringen…

 

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