· 

Pause

Noch 27 Tage bis 2020. Wie geht es dir dabei? Freust du dich auf die Feiertage, ob leise oder laut, mit Glitzer oder ohne, auf die Gemeinsamzeit? Oder hetzt du noch von Laden zu Laden um jede Menge (vielleicht gänzlich unnötiger) Geschenke zu besorgen und bist erschlagen – von der Hektik, den todo Listen, den Geschenken und der Tatsache, dass du nichts anzuziehen hast, obwohl der Kleiderschrank mehr als nur voll ist?

 

Nicht zu vergessen, das eigene Zuhause soll schön sein, denn wie heisst es so schön? "Wie man das neue Jahr trifft, so verbringt man es auch." Ich bin mit diesem Grundsatz, fast schon Glaubenssatz, aufgewachsen und so war es immer wichtig das eigene Zuhause vor der Feier am 31.12. auf Vordermann zu bringen. Es wurde geschrubbt, gewischt, geputzt und aufgeräumt. Und auch wenn der Druck jener Zeit längst nicht mehr da ist finde ich den Gedanken schön, dass auch meine Wohnung sich für das Begrüßen eines neuen Jahres schön macht und sich des Überflüssigen entledigt.

 

Meine eigene Strategie gegen die Hektik, die Erwartungen (ob fremde oder eigene) und das zu viel ist eine Pause, ein Rückzug - immer die letzten Wochen des Jahres. Eine Zeit ohne die vielen Eindrücke, Werbebotschaften, Informationen und dies-das-jenes aus aller Welt.

 

Ich nehme mir eine Auszeit, um zu schauen, zu reflektieren, zu planen, zu träumen, zu sein. Das betrifft vor allem Social Media. Nein, ich begebe mich nicht ins Mittelalter - trete aber sehr wohl einen Schritt zurück und schaue mir die Anzahl meiner Newsletter an (über die Hälfte der im Jahr angesammelten wird erfahrungsgemäß wieder abbestellt), lösche einige Apps für eine Weile von meinem Smartphone und begebe mich bewusst vom Digitalen ins Analoge. Journaling, Bücher und Meditation, nachjustieren Zuhause, nachjustieren von Zielen und Erwartungen. Schauen ob das Wünschen, haben, sein noch dem entspricht wohin und was ich möchte.

 

Ideen für den Schritt zurück und das Nachjustieren gibt es viele, hier einiges von meiner Umsetzung und weitere Impulse, vieles lässt sich wunderbar ganzjährig integrieren, manches mache ich saisonal, probiere aus was sich am besten anfüllt und was zu dir passt:

  • Abmeldung von Facebook. | Ich löse das über ein "offline" Profilbild - so wundert sich niemand, wenn ich plötzlich nichts mehr kommentiere oder mich an Gesprächen beteilige.
  • Facebook vom Smartphone löschen
  • Instagram (bitte beliebige Apps einsetzen die für dich schön und schön zeitaufwändig sind) vom Smartphone löschen oder Zugriffszeiten regulieren
  • Verbleibende Apps zu Ordnern zusammenfassen und auf die hintere Seite schieben | verlangsamt den Zugriff und macht den Weg in die App bewusster
  • Alle Benachrichtigungen auf dem Handy ausstellen
  • Smartphone in den schwarz-weiss Modus umstellen
  • Überprüfen und Abmelden von Newslettern | rufst du ein "yay!" aus sobald ein Newsletter eintrifft und folgst sofort dem Link um den Inhalt genüsslich zu lesen? Geben dir die Newsletter Mehrwert und enthalten Wichtiges und Bereicherndes? Nein? Der Button "abbestellen" ist ganz unten in der Mail.
  • Bereinigen von Fotodateien, Downloads, Ebooks, PDFs, Dokumenten, Mails | Ich stelle mir ein Wecker und mache immer wieder eine 10-15 Minuten Sequenz. So wird´s nicht anstrengend, raubt mir keine Kraft und ich komme sehr schnell voran
  • Anschauen meiner Zeitschriften und Bücher | will ich das wirklich alles jetzt noch lesen, ist das für mich noch aktuell, kann bereits was zurück in die Bibliothek?
  • Kein Smartphone, Fernseher oder ein anderer blauer Bildschrim nach 20:30 / 21:00 Uhr
  • Lesen - analog statt digital
  • Morning pages journaling | Jeden Tag gleich nach dem Auffachen 2-3 Seiten um den Kopf leerzukriegen
  • Kerzen, Tee, Spaziergänge, frische Luft
  • Meditation, nachjustieren der Morgen- oder Abendroutinen.
  • Prüfen der einzelnen Zimmer | Sind die Räume noch so wie ich sie haben möchte?  Habe ich mich vollgesogen? Muss etwas raus? Ich spiele gern und besinne mich wieder auf Leichtigkeit. Zeitgleich kann ich schauen ob ich Dinge verkaufen, verschenken, nachhaltig entsorgen, spenden kann, wo (und bis wann) bringe ich sie hin?
  • ...

Und habe ich erstmal angefangen zurück zu schalten, anzuhalten, zu reduzieren ist es immer wieder erstaunlich wie viel und wie schnell es etwas bringt. Eigentlich ist es einfach - für Leichtigkeit, Besinnung und Ruhe muss man sich nicht besser und effizienter organisieren, sondern weniger zum organisieren haben. Mehr loslassen, öfter "nein" sagen, mehr Pausen, mehr sein.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0